Projektkurzbeschreibung vom freiLand

Bei den letzten großen Demonstrationen in Potsdam mit z.B. dem Motto „Freiräume für alternative Jugendkultur“ konnte man auf vielen Transparenten den Ausspruch „Bieten Träume suchen Räume“ lesen. Unter anderem anknüpfend an diesen Wunsch wurden in einem vom Arbeitskreis „ajkp – Alternative Jugendkultur“ vorgelegten Forderungspapier eine umfangreiche Liste der „to dos“ im Bereich Jugendkultur aufgezeigt. Zu den vorgelegten Punkten gehören z.B.: Räume für Jugendkultur mit „Innenstadtlage“, ein Ersatzobjekt für den Spartacus und den Jugendclub S13, Bandproberäume, Bereitstellung von Graffitiflächen, eine Anlaufstelle für Jugendinformation/ Jugendkulturkoordination, die Auseinandersetzung der Stadt mit der Lärmschutzproblematik usw.

Das von den Stadtwerken bereitgestellte Gelände in der Friedrich-Engels-Str. 22 bietet für viele Forderungen eine Lösung bzw. eine Möglichkeit zur Umsetzung.

Um den Visionen und Möglichkeiten, welche in diesem Gelände stecken ein greifbares Bild zu geben, haben wir, das Projektentwicklungsteam um Achim Trautvetter und Dirk Harder, uns für den Namen freiLand entschieden. Dieser Name ist Programm – er steht in einfachster Weise für die Motivation und Kraft junger Menschen sich ihre Träume und Visionen in Selbstorganisation zu gestalten – „frei zu agieren“. Diesem lebensweltorientierten Grundsatz folgend soll durch das freiLAND ein Raum bereitgestellt werden, in dem Jugendliche inhaltlich autonom und herrschaftsfrei agieren, ihre programmatischen Inhalte flexibel und kreativ gestalten und diese mit Abwesenheit von Leistungskontrollen und Konkurrenz realisieren können.
Um diesen Anspruch gewährleisten zu können, ist eine Trägerstruktur notwendig, welche die Räume des gesamten Geländes nach den Richtlinien zur Ermöglichung von selbstverwalteter Jugendkultur betreibt, das Anliegen der Jugendlichen aber jederzeit begleitet. Um dem Problem und der prekären Gratwanderung zwischen zu einseitigen Zielgruppendefinitionen und dem Anspruch für alle offen zu sein, entgegenzuwirken, muss sich das Gesamtprojekt in der konkreten Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen verorten. Dieser Moment ist durch ein unverwechselbares Profil des Gesamtprojektes erreichbar. Durch eine Verzahnung zwischen den selbstverwalteten Lebens- und Erfahrungsräumen der Kinder/ Jugendlichen in Zusammenarbeit mit konkreten Hilfestellungen.

Das freiLand eröffnet durch die Vielzahl der Häuser, sowie die große vorhandene Freifläche eine äußerst vielschichtige Nutzung. Erste Visionsrunden haben einen groben Raumnutzungsplan ergeben, welcher im Folgenden stichpunktartig vorgestellt wird. Diese Raumplanung ist als erste Darstellung der Möglichkeiten zu verstehen und ist für jegliche (Um)Gestaltung von Seiten der perspektivischen NutzerInnengruppen offen, unter Beachtung der wirtschaftlichen und inhaltlichen Grundsätze.

Raumideen: Büros für unterschiedliche Projekte (Spartacus, Chillout-Vereinsraum, Büroräume für diverse jugend-, und bildungspolitisch arbeitende Jugendgruppen, Koordinationsbüro Jugendkultur, Anlaufstelle von Sozialarbeitern(bei Bedarf), große Gemeinschaftsräume, Übernachtungsräume zum Vermieten und zur KünstlerInnenunterbringung bei Veranstaltungen, Sanitärbereich für die Übernachtungsmöglichkeiten, Ateliers zum Arbeiten (junge Malerei , Fotografie, Cartoon usw….), freie Werkstatt, Café/Gastronomie mit Ausstellungsraum für Ateliers und externe KünstlerInnen, Flure und Aussenbereich als Ausstellungsraum, niedrigschwellige Anlaufstelle für gefährdete Minderjährige vom Hauptbahnhof, großer Seminarraum, Veranstaltungsräume für z.B. den Spartacus e.V. und weitere selbstorganisierte Veranstalter_innen (Abendbetreuungsbüro, Backstage, Getränkelager, Techniklager), Musikwerkstätten, Bandprobenräume (etwa 7 Stück), kleiner VA Raum für direkte Nutzung durch Bands, etwaige Sessions oder Seminare, S13 Jugendclub mit Klubraum und kleiner Küche, Tonstudio, Raum für Musikunterricht von benachteiligten Jugendlichen, Lager für Technik(auch Vermietung), Unterbringung Logistik, Räume für Hausmeisterei und Haustechnik, Kreativwerkstatt, Parkplätze, Zeltstellplätze(5) mit Anschluss an Sanitäranlagen, Fläche für Zirkuszelt( für z.B. Kinder- und Jugendzirkusfestivals – perspektivisch), Draußenbereich mit Bänken und Feuerstelle, Unterstellmöglichkeiten. Des Weiteren werden sich auf dem kompletten Außengelände verteilt mehrere Graffitiwände (ca. 300qm) zum besprühen befinden.

Weiter Ideen sind gefragt und werden mit großer Offenheit erwartet und erhofft.

freiLand ist kein Jugendhilfeprojekt, freiLand ist ein alternatives(weg vom Kommerz und Mainstream) Jugendkulturprojekt mit partizipativem Ansatz und wichtigen Schnittpunkten zur Jugend(sozial)arbeit.

Mehr Informationen nach Mailanfrage oder unter www.freiland-potsdam.de